Volksprater (Wurschtelprater)Der Calafati Die linke der beiden großen Säulen ist der *Große Chineser* (Calafati, auch genannt Kalafatti).
Hier eine kurze
Die Geschichte des Calafati
Am 1.Jänner 1800 wurde Basilio Calafati in Triest als Sohn des
Teppichhändlers Georg Calafati (1746-1837) geboren. Ab 1820 trat er als "Salamucci" im Prater auf, verkaufte Emmentaler Käse und Salamiwurst. Zehn Jahre später erhielt er eine Anstellung als Assistent beim "Zauberer vom Prater", einem aus Bayern stammenden Magier namens Sebastian von Schwanenfeld (1770-1845). Am 21. April 1834 kaufte er von ihm die Praterhütte "Schießstätte, Spielhalle" zum Preis von 1200 Gulden. Im Kunstkabinett wurden ab nun mit Hilfe des gelernten Schneidergesellen Hans Ringelmann als Bajazzo Geistererscheinungen gezeigt. Danach kaufte Basilio Calafati von Katharina Martin um 1300 Gulden ein Ringelspiels mit Holzpferden und suchte bei der Polizeioberdirektion um die Konzession zum Betrieb desselben an, was am 3.April 1840 genehmigt wurde.
Anläßlich der ersten Dampf-betriebenen Eisenbahn auf der Nordbahn (Wien - Wagram) ab 6. Jänner 1838, ersetzte er 1844 die Pferde durch 2 Lokomotiven, welche er auf "Hellas" und "Peking" taufte. Danach ließ er das Obergeschoss des Ringelspiels abtragen, wobei der freistehende Mast mit einer Riesenfigur verziert wurde. Diese 9m hohe Figur trug das Schild "Zum schwarzen Rössl" (seit 1802), wurde aber "Große Chineser" genannt und war von 1854 bis 1945 das Wahrzeichen des Wurstelpraters. Neben dem Karussell eröffnete Calafati 1846 ein Restaurant und baute es 1867 mit einer
Veranda aus. Außerdem war es Veranstaltungsort mit künstlerischen Darbietungen sowie einem Billard-Salon.
Basilio Calafati starb am 27. Mai 1878 im Haus Prater Nr. 64. Er wurde in der Pfarrkirche "Zur Hl.Dreifaltigkeit" eingesegnet und wunschgemäß im schwarzen Hochzeitsanzug auf dem St. Marxer Friedhof bestattet. In der griechischen Abteilung des Friedhofes existiert noch ein Gedenkstein. Am 27. Oktober 1905 wurde er (mit Vater Georg, Frau Josefa und seinen fünf Kindern exhumiert und in einem Metallsarg auf den Wiener Zentralfriedhof überführt. Sein Grab liegt in der Gruppe 30C, Reihe 6, Grab 5.
Maria Calafati, Ehefrau von Sohn Theodor Calafati, verkaufte 1919 das Unternehmen an Helene Pichler, geb. Kobelkoff. 1923 erhielt Alexander Kobelkoff das Eigentumsrecht über einen Teil der Hütte und wollte die Figur des "Großen Chineser" entfernen und überhaupt ein neues Etablissement errichten. Das Denkmalamt schritt ein und 1922 erfolgte das aus für das Etablissement.
Albert Kobelkoff restaurierte 1932 das Ringelspiel und den "Großen Chineser". Dafür wurden immerhin 80m Brokatstoff und für den 11m langen Zopf 17kg Rosshaar gebraucht.
1935 wurde das Ringelspiel unter Denkmalschutz gestellt. Am 8. April 1945 wurde der "Große Chineser" völlig zerstört.
Am 14. August 1967 erstellte Ilse Pompe-Niederführ eine Nachbildung des "Großen Chineser", am 20. Mai 1968 wurde eine Gedenktafel enthüllt.
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