RiesenradSchrägansicht vom Prater Gegenlichtaufnahme
Der Ingenieur Walter B. Basset, ein englischer Marineleutnant, baute von November 1896 8 Monate lang bis zu den Feiern zur 50. Wiederkehr der Thronbesteigung Kaiser Franz Josef I. 1897 ein riesiges Aussichtsrad aus Eisen, wie er es auch schon zuvor in London, Lackpool und Chicago errichtet hatte. Das Rad befand sich beim "Venedig in Wien" und wurde mit großem Erfolg betrieben. Im Jahre 1914 wurde das Riesenrad gesperrt und als militärischer Aussichtsposten genutzt. Danach wollte ein Grundeigentümer den Pachtvertrag nicht verlängern, ein Gerichtsbeschluß verlangte die Abtragung bis 28. Februar 1916. Die Eigentümer, Erben der 1907 verstorbenen Mr.Basset, hatten jedoch nicht das Geld dazu und so wurde das Riesenrad gepfändet, versteigert und von Eduard Steiner, einem Nachfahren des Unternehmers Gabor Steiner, gekauft. Da auch dieser kein Geld für den Abbruch hatte, verpachtete er das Riesenrad.
1938 wurde das Riesenrad arisiert, Eduard Steiner, ein Tscheche, kam im Konzentrationslager ums Leben.
Am 16.9.1944 brannte das Riesenrad auf Grund der von den Alliierten abgeworfenen Bomben völlig aus. Nach dem Krieg wurde im November 1945 die "Praterbetriebsgesellschaft", deren Ziel der Wiederaufbau des Riesenrads war. Am 25.Mai 1946 fand die Eröffnung statt.
1953 erfolgte die Rückstellung an die Erben von Eduard Steiner. Diese durften aber nicht aus der Tschechoslowakei ausreisen und verkauften ihre Anteile an Dr.Lamac, der bereits Gesellschafter einer gemeinsamen GmbH&CoKG war. 1961 bot er das Riesenrad der Gemeinde Wien zum Kauf an, diese lehnte ab.
Dr.Lamac starb im Jahre 1972. Im Jänner 2001 schließlich starb die bekannte Seniorchefin des Riesenrads und Erbin nach Dr.Lamac, die Rechtsanwältin Elisabeth Petritsch.
Das Riesenrad ist nicht nur bekannt aus dem Film "Der dritte Mann", sondern auch aus dem 15. James-Bond-Film "The Living Daylights" (Der Hauch des Todes) aus dem Jahr 1986.
Jedes Jahr fahren rund 1 mio Besucher.
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